Menschen machen ein Dorf aus. In dieser Rubrik finden Sie spannende Persönlichkeiten aus Dürrenmettstetten – und besondere Gäste, die uns besuchen. Ihre Geschichten zeigen, wie vielfältig und lebendig unser Flecken ist. Von jungen Talenten bis zu bekannten Stimmen: Hier kommen die Menschen zu Wort, die Dürrenmettstetten zu einem besonderen Ort machen.
„Hey Flint“
Der Mann hinter dem legendären US-Car-Treffen
Wenn an Christi Himmelfahrt hunderte glänzende US-Cars nach Dürrenmettstetten rollen, steckt dahinter vor allem einer: Roland Dölker. Oder „Flint“, wie ihn viele nennen. Der Mann im Rollstuhl hat das US-Car-Treffen „The Garage“ ins Leben gerufen – und damit eine Veranstaltung geschaffen, die längst weit über die Region hinaus bekannt ist.
Alles begann mit einem Dodge Charger. 2018 kaufte sich Dölker seinen ersten und bis heute einzigen amerikanischen Wagen. Eigentlich, sagt er lachend, habe er immer gedacht, Amerikaner könnten „keine Autos bauen, nur große Motoren“. Doch sein Dodge überzeugte ihn. „Das ist ein halber Mercedes“, sagt er. Daimler habe damals Technik nach Amerika gegeben – und Chrysler hat sie genutzt. „Der Dodge, der blubbert. Das ist wie bei einer Harley. Ich finde das beruhigend.“
Von 6 auf 500
Kurz nach dem Kauf brachte Dölker sechs Dodge-Fahrer auf der Autobahn zusammen. Daraus entstand die Gruppe „Mopar BW“, die heute rund 400 Mitglieder zählt. Bereits ein Jahr drauf folgte das erste US-Car-Treffen in Dürrenmettstetten. Inzwischen zählt es zu den größten Veranstaltungen dieser Art in Baden-Württemberg. Die Organisatoren rechnen jedes Jahr mit mindestens 500 Fahrzeugen.
Dölker betont, dass es nie nur um Autos geht. „Die Atmosphäre ist wichtiger“, sagt er. Trotz der Größe blieb das Treffen familiär. Viele Besucher kommen jedes Jahr wieder, manche halten kurz an, steigen aus und begrüßen ihn persönlich. „Hey Flint“, rufen sie dann über den Platz. Für Dölker ist genau das der Kern der Veranstaltung: „Das ist ein Treffen unter Freunden. Fertig aus.“
Wie schon in den vergangenen Jahren wird außerdem wieder ein Charity-Ride angeboten. Wer einmal in einem der US-Cars mitfahren möchte, spendet zuvor fünf Euro an das Deutsche Rote Kreuz (DRK).
Außergewöhnliche Fahrzeuge
Vielleicht macht gerade diese Mischung aus lockerer Atmosphäre und außergewöhnlichen Fahrzeugen das Treffen so besonders. Auf seinem Bildschirm zeigt Dölker Fotos mehrerer „American LaFrance“. Über hundert Jahre alte Fahrzeuge mit 15 Litern Hubraum. „Die werden normalerweise nach Mailand oder Berlin eingeladen“, erzählt er. Nach Dürrenmettstetten kamen sie durch einen Zufall. Bei einem Bergrennen lernte Dölker einen der Fahrer kennen. Der stammte aus Haslach-Mühlen. „Da mache ich gerade die Kläranlage“, sagte Dölker damals. Der Fahrer antwortete: „Und mein Bruder ist der Klärwärter.“ Seitdem kommen die seltenen Fahrzeuge immer wieder in den Flecken.
Glücksfall Mettstett
Dürrenmettstetten hat sich für das Treffen als Glücksfall erwiesen. Davon ist Roland Dölker überzeugt. Die Gemeindehalle, die Wiesen, die Infrastruktur – all das fehlt vielen anderen Treffen. Vor allem aber prägt das Dorf selbst die Veranstaltung. Vereine, Bauern, einzelne Helferinnen und Helfer – inzwischen ziehen alle mit. „Die Mettstetter freuen sich drauf“, sagt Dölker. „Es gibt was zum Gucken und was zum Essen.“
Der organisatorische Kraftakt der Anfangsjahre ist heute zur Routine geworden. „Das läuft inzwischen fast von allein“, erzählt er. Nur die Werbeplakate gestaltet er noch selbst. Veranstalten liegt ihm ohnehin im Blut. Schon als junger Mann organisierte er eine große Rocknacht auf einer Wiese Richtung Hopfau. Später folgte ein Mofarennen, von dem bis heute Videos im Internet kursieren. Über die legendäre Rocknacht sagt Dölker mit einem Grinsen: „Wenn damals nicht ein paar Leute mit der Kasse durchgebrannt wären, wäre heute vielleicht nicht Wacken in Wacken, sondern in Mettstett.“
Seinen Dodge würde Dölker übrigens bis heute gegen kein anderes Auto tauschen. „Eigentlich wechsle ich gerne mal Autos“, sagt er. „Aber beim Dodge hatte ich noch nie das Bedürfnis.“ Im Moment steht der Wagen allerdings in der Werkstatt. Der Motor ist kaputt, ein Ersatzmotor musste sogar wieder zurück nach Amerika geschickt werden. Trotzdem steht für Dölker fest: Sein Dodge gehört inzwischen einfach zu ihm.







