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Menschen machen ein Dorf aus. In dieser Rubrik finden Sie spannende Persönlichkeiten aus Dürrenmettstetten – und besondere Gäste, die uns besuchen. Ihre Geschichten zeigen, wie vielfältig und lebendig unser Flecken ist. Von jungen Talenten bis zu bekannten Stimmen: Hier kommen die Menschen zu Wort, die Dürrenmettstetten zu einem besonderen Ort machen.

Marion Pfau

Erstelldatum25.01.2026

Vom Wanderstüble her schallt ein herzhaftes Lachen. Noch sieht man niemanden, doch viele wissen: Das kann nur Marion sein.

Marion Pfau

Die Kunst des Miteinanders

Auf dem Dorfplatz herrscht reges Treiben. Im Festzelt sitzen die Menschen dicht gedrängt. Zwischen den Ständen eilen Helferinnen und Helfer hin und her, Krüge mit Bier und Radler in den Händen, Gläser mit Limo, Wasser und Wein. Der Duft von roter Wurst und Pommes liegt in der Luft.

Vom Wanderstüble her schallt ein herzhaftes Lachen. Noch sieht man niemanden, doch viele wissen: Das kann nur Marion sein.

Und da ist sie auch schon. Marion Pfau, eine riesige Schüssel Kartoffelsalat im Arm, bahnt sich ihren Weg durch das Gewusel. Sie lächelt, nickt hier, wechselt dort ein paar Worte. Dann stellt sie die Schüssel ab – als wäre es das Natürlichste der Welt.

So kennt man sie in Dürrenmettstetten: mitten im Geschehen, ohne großes Aufheben. Ob mit oder ohne offizielles Amt – Marion Pfau ist da, wo man sie braucht. „Organisieren ist einfach mein Ding“, sagt sie. „Auch das Aufbauen, Bedienen, die Küche.“

Ihr Engagement begann bei den Pfadfindern. Als Kind war sie Sippling, nach der Konfirmation übernahm sie Verantwortung: Gruppen leiten, Entscheidungen treffen, Dinge aushandeln. Nicht alles allein machen, aber dafür sorgen, dass es läuft. Diese Haltung prägt sie bis heute. Dazu kommt ihr praktischer Verstand, geschärft durch die Arbeit als Nebenerwerbslandwirtin. Anpacken, umorganisieren, Lösungen finden – immer konkret, nie theoretisch.

Ein offizielles Amt hat Marion nur noch bei den Natur- und Wanderfreunden, als stellvertretende Vorsitzende. Sie braucht kein Amt, sie braucht nur Anlass. Marion hilft dort, wo sie gebraucht wird. Sie motiviert, sie bringt Menschen zusammen. Für sie lebt ein Dorf davon, dass jeder sich einbringt – mit seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten.

„Das ist ja das Schöne bei uns in Mettstett“, sagt sie. „Jeder hilft jedem. Egal, in welchem Verein du bist oder was du sonst machst.“

Was sie antreibt, ist die Gemeinschaft, die Freude an der Natur und das gemeinsame Tun – auch ohne große Verpflichtungen. Beim ersten Stammtisch der Natur- und Wanderfreunde im Wanderstüble zeigt sich das: Die Leute sitzen zusammen, essen Soljanka. Marion steht auf, spontan, begrüßt die Runde, bedankt sich bei Olaf und Daniela fürs Kochen und die Bewirtung, gibt einen kurzen Ausblick aufs Wanderjahr. Keine große Rede, nur der Moment, in dem sie spürt: Jetzt passt es.

Dabei strahlt sie fast immer, lacht herzlich. Stress sieht man ihr selten an. Doch es gibt ihn. Manchmal liegt sie nachts wach, erzählt sie, die Gedanken kreisen: Was fehlt noch? Was könnte besser laufen? Wie beim Fest zur Einweihung des Dorfplatzes, als die Hitze alles durcheinanderbrachte. Also umdenken: zusätzliche Kühlschränke organisieren, die Elektriker aus dem Dorf anrufen, umstellen, damit es klappt.

Manchmal bremst ihre Tochter sie aus. „Du, da sind genug da“, sagt sie dann. „Die dürfen auch mal was tun.“ Beim Weihnachtsmarkt an der Blockhütte und am Turm hat Marion sich – für ihre Verhältnisse – zurückgenommen. Sie organisierte, half beim Auf- und Abbau, kümmerte sich um die Nachbereitung. Während des Marktes schlenderte sie von Stand zu Stand, sprach mit den Leuten. „Du, das war auch mal schön.“

Viele wissen, was im Dorf los ist, weil Marion es weiß – und weitergibt. Termine, Hinweise, wer Hilfe braucht, was ansteht. Schnell, direkt, unkompliziert. Für viele ist sie das elektronische Mitteilungsblatt von Dürrenmettstetten.

Marion Pfau, geboren 1979, war immer da. Nie zog sie weg. Verwurzelt, ohne stehen zu bleiben. Lange kümmerte sie sich auch um das Beerdigungscafé, inzwischen hat sich das ins Sportheim verlagert. Für sie geht es nicht nur ums Organisieren, sondern ums Dasein. Darum, dass jemand da ist, wenn es nötig ist.

Ein gutes Dorf, sagt Marion Pfau, ist eines, in dem Menschen füreinander da sind, ohne viel Aufhebens. In dem man sich kennt, sieht, unterstützt. Und in dem Neuankömmlinge spüren: Hier kann ich mitmachen. Hier ist Platz für mich.

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