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Menschen machen ein Dorf aus. In dieser Rubrik finden Sie spannende Persönlichkeiten aus Dürrenmettstetten – und besondere Gäste, die uns besuchen. Ihre Geschichten zeigen, wie vielfältig und lebendig unser Flecken ist. Von jungen Talenten bis zu bekannten Stimmen: Hier kommen die Menschen zu Wort, die Dürrenmettstetten zu einem besonderen Ort machen.

Weinlese mit Horst Berner

Erstelldatum11.11.2025

Weinlese mit Horst Berner begeistert Publikum

Horst Berner

Autor, Übersetzer und Künstler mit eigener Handschrift

Wenn in Dürrenmettstetten von Comics die Rede ist, fällt ein Name inzwischen regelmäßig: Horst Berner. 2024 und 2025 war er Gast der Weinlese – zwei Abende, die Spuren hinterlassen haben. „Die Menschen, die Atmosphäre und die Lust auf gute Geschichten“, sagt er über seine Besuche, „das macht Dürrenmettstetten schon zu etwas Besonderem.”

Berner, Jahrgang 1953, zählt seit Jahrzehnten zu den profilierten Stimmen in der Comicszene. Vom Schriftsetzer führte ihn sein Weg zum Grafiker, Autor, Übersetzer und Herausgeber großer Buchreihen zu Asterix, Lucky Luke, Isnogud, Blueberry, Michel Vaillant oder Rudi. Er war 1981 Mitgründer des Interessenverbands Comic (ICOM) und 1984 Mitinitiator des Internationalen Comic-Salons Erlangen – dem bis heute wichtigsten Festival der Neunten Kunst im deutschsprachigen Raum.

Sein Atelier „Comic Text Grafik“ in Altdorf im Kreis Böblingen ist seit den frühen 1980er Jahren kreativer Mittelpunkt. Hier entstehen redaktionelle Arbeiten, Übersetzungen, Bücher und künstlerische Projekte. Was für ihn den Moment ausmacht, in dem etwas „wirklich Berner“ wird? „Wenn mich eine Idee fasziniert und beim Arbeiten wächst – ob beim Schreiben oder Entstehungsprozess einer Collage.“ Ein Projekt wie das Büchlein Die Beatles im Comic habe diesen Funken ausgelöst, speziell aber die Lexika zu Asterix und Lucky Luke. Hier ist Berner ein präziser Erzähler, der hinter die Geschichten blickt, jemand, der Figuren, Hintergründe und Anspielungen mit Leidenschaft und Know-how freilegt.

Seine jüngsten Ausstellungen in Böblingen und Stuttgart zeigten eine weitere Seite seines Schaffens: Material-Collagen, Assemblagen aus Schrauben, Knöpfen, Kronkorken, Gips, Comics- oder Zeitungsschnipseln. „Mich reizt die Verfremdung von Alltagsgegenständen“, sagt er. „Sogenannten ‚armen Materialien‘ eine völlig neue Seite, eine eigene Poesie abzugewinnen, ist eine kreative Aktion, die mich umtreibt.“

Gefragt, welche Comicfigur er nach Dürrenmettstetten einladen würde, antwortet er mit einem Lächeln: „Troubadix! Den kennen alle, aber niemand weiß genau, wie es wirklich klingt, wenn er singt. Doch der Risikofaktor wäre hoch – vielleicht fängt‘s ja dann plötzlich an zu regnen.“ Und er fügt verschmitzt an, man habe hier inzwischen „zu viele gute Momente erlebt“, um das Dorfleben unnötig durcheinanderzubringen.

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