So klingt Freiheit
So klingt Freiheit
Katalin Horvath und Foaie Verde zu Gast in Dürrenmettstetten
„Freiheit“, sagt Katalin Horvath, „bedeutet für mich, Musik zu machen. Zu singen, was mir gefällt. In Sprachen, die mich bewegen. Mit dem Publikum und den Kollegen in eine eigene Welt einzutauchen und sich unzensiert den eigenen Gefühlen hinzugeben.“ Sie sagt es nicht nur – sie lebt es: mitreißend auf der Bühne. Und im Alltag.
Am Samstag, 18. April, tritt sie auf Einladung der Kultur-Initiative Mettstett KIM mit ihrer Band Foaie Verde in Dürrenmettstetten auf. Wer sie erlebt, spürt schnell: Hier steht eine Sängerin, die ihren Weg kennt. Geboren 1971 in Karl-Marx-Stadt, wuchs sie zwischen zwei Welten auf. Der Vater Ungar, die Mutter Chemnitzerin. In Ungarn sang sie mit der Großmutter Volks- und Roma-Lieder, in der DDR prägte sie eine intensive musikalische Ausbildung im renommierten Jugendchor. Sie probte mehrmals pro Woche, lernte klassische Gesangstechnik und tourte durch Osteuropa.
Bühne statt Klassenzimmer
Mit 15 setzte sie ein Zeichen und trat aus Protest gegen das SED-Regime in die katholische Kirche ein. 1989 ging sie in Chemnitz auf die Straße. Freiheit hatte für sie früh eine existenzielle Bedeutung. Nach der Wende führte ihr Weg nach Baden-Württemberg. Ausbildung, Abitur, Studium in Tübingen. Lehrerin hätte sie werden können. Doch die Bühne zog stärker.
Ein entscheidender Impuls kam durch den Gitarristen Frank Wekenmann. Mit ihm entdeckte sie den Gipsy Swing und den Mut, ihre ungarischen Wurzeln ins Zentrum zu stellen. In Budapest studierte sie traditionelle osteuropäische Gesangstechniken, arbeitete an Verzierungen und Klangfarben. Die klassisch geschulte Sopranistin lernte neu zu singen: direkter, näher am Wort, näher am Gefühl. Rumänisch wurde zur Herausforderung, Serbisch zur Leidenschaft, Ungarisch bleibt ihr innerer Resonanzraum.
Volkslied trifft Improvisation
Foaie Verde vereint Musiker aus unterschiedlichen Ländern und Stilrichtungen: den Geiger Felix Borel, den serbischen Akkordeonist Jordan Djevic, den Bassist Veit Hübner und Frank Wekenmann an der Gitarre. Traditionelle Lieder aus Ungarn, Rumänien, Serbien und der Roma-Kultur treffen auf eigene Kompositionen. Die Arrangements sind durchdacht – und lassen Raum für Improvisation.
Ein besonderer Gast
Beim Konzert in Dürrenmettstetten steht auch Gregor Hübner mit auf der Bühne. Der Grammy-nominierte Komponist und Geiger, Professor für Komposition zwischen München und New York, bringt eine Handschrift ein, die Jazz, Klassik und Neue Musik verbindet. Mit ihm wird der Abend offener, freier, überraschender.
Katalin Horvath singt in 14 Sprachen – und versteht jeden Text, den sie vorträgt. „Ohne Verständnis würde ich ein Lied nicht singen“, sagt sie. Jede Sprache verändert den Klang, die Farbe, die Haltung. Mal melancholisch und dunkel, mal tanzend und überschäumend. Dazwischen liegt nur Intensität.
Was erwartet das Publikum? Ein Konzert, das Nähe zulässt. Temperament und Ballade, Rhythmus und Stille. Und diese Momente, in denen man spürt, dass ein ganzer Saal gemeinsam atmet. Genau dann ist sie „ganz bei sich“, sagt Katalin Horvath. Und genau dann wird aus Musik das, was sie meint, wenn sie von Freiheit spricht.
Foaie Verde, Samstag, 18. April, 20:00 Uhr in Dürrenmettstetten, Gemeindehalle
Veranstalter: KIM Kultur-Initiative Mettstett, eine Initiative der Natur- und Wanderfreunde.
Das Konzert wird von „Aller.Land. Kultur verbindet“ und der Stiftung Kulturlabor unterstützt.
Eintritt frei – Spenden erwünscht








